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Internet Kunstausstellung / Internet Art Exhibition

Joseph Beuys 

Bildhauer - Zeichner - Graphiker - Objektkünstler  

geb.:        12. Mai 1921 in Krefeld
gest.:      23. Januar 1986 in Düsseldorf

1927-1932 Besuch der Volksschule

1933-1941  Gymnasium während dieser Zeit interessiert er sich schon frühzeitig für die Werke von Edvard Munch, William Turner und Auguste Rodin.

1941 meldete er sich zur Luftwaffe, dort erhielt er eine Ausbildung als Funker, und zwar durch den späteren Tier- und Dokumentarfilmer Heinz Sielmann.

1943 - 1944 Stationierung an der östlichen Adria, zahlreiche Skizzen und Zeichnungen aus den Kriegstagen sind hier entstanden.

1944 - 16. März, Absturz der Ju 87 der Pilot starb, Joseph Beuys wurde schwer verletzt am 17. März 1944 von einem deutschen Suchtrupp gefunden. Die Granatsplitter, die er aufgrund des Luftkampfes davongetragen hatte, konnten nie vollständig entfernt werden. Die Wunden wurden zum Teil mit Hausmitteln, wie mit tierischem Fett und Wärmung durch Filz behandelt. Hier entstand wohl später die Vorliebe von Joseph Beuys, sich mit diesen Mitteln in der Kunst zu befassen.

1944 im August wurde Beuys trotz der Verletzungen an der Westfront als Fallschirmjäger eingesetzt. (Auszeichnungen Verwundungsabzeichen, Eisernes Kreuz 1. und 2. Klasse, Dienstgrad: Unteroffizier 

1945 Mitglied des Klever Künstlerbundes.

1946 - 1947 Studium Monumentalbildhauerei bei Professor Joseph Enseling an der Staatliche Kunstakademie Düsseldorf

1947 - 1948 Wintersemester Wechsel zu Professor Ewald Matare

1947 - 1949 arbeitete Joseph Beuys bei Heinz Sielmann an zoologischen Filmen.

1951 Meisterschüler von Professor Ewald Matare

1953 Erste Einzelausstellungen unter anderem Franz Joseph van der Grinten in Kranenburg und im Von der Heydt Museum, Wuppertal

1966–1972?  Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie

1966 regelmäßige Ringgespräche mit seinen Studenten

1969 Einen entscheidenden Durchbruch gelang Joseph Beuys auf dem Kunstmarkt durch seinen Galeristen René Block auf der Kölner Kunstmesse. Für die  Installation "The pack" (das Rudel), einen alten VW-Bus mit 24 Schlittenobjekten, erzielte er 110.000 DM; die Summe entsprach der, die damals für ein großes Bild von Robert Rauschenberg gezahlt wurde.

1969 wurde Joseph Beuys vom Komponisten und Regisseur Mauricio Kagel eingeladen, um sich an seinem Film Ludwig van Beethovens zum 200. Geburtstag zu beteiligen. Beuys trug mit einer Aktion die Sequenz Beethovens Küche bei. Die Dreharbeiten fanden im Auftrag des WDR am 4. Oktober 1969 in dem Atelier von Joseph Beuys statt.

1970 Anlässlich der Eröffnung einer Ausstellung von André Masson im Museum am Ostwall in Dortmund fand im April 1970 ein Gespräch zwischen Joseph Beuys und Willy Brandt statt. Beuys regte an, wenigstens einmal monatlich Künstlern das Fernsehen als Diskussionsforum zur Verfügung zu stellen, damit die breite Öffentlichkeit die Ideen der wahren Opposition kennen lernt, mit dem Ziel, dass diese Opposition effektive Möglichkeiten erkennt. In den 1970er Jahren verstärkte er durch Diskussionen und Fernsehauftritte die Verbreitung dieser Idee.

1972 fristlose Entlassung der Düsseldorfer Kunstakademie. 

1972 Resonanz Rundfunk, Fernsehen und Presse war groß. In einem offenen Brief forderten Künstlerkollegen, unter anderem die Schriftsteller Heinrich Böll, Peter Handke, Martin Walser und die Künstler Jim Dine, Gerhard Richter und Günther Uecker, die Wiedereinsetzung eines der bedeutendsten Künstlers der deutschen Nachkriegszeit

1974 Gasprofessur an der Hochschule der bildenden Künste in Hamburg

1976 Auf der 37. Biennale in Venedig 1976 war Beuys mit der Installation Straßenbahnhaltestelle/ Tram Stop/ Fermata del Tram, 1961–1976, im deutschen Pavillon vertreten.

1978-1979 In seinem Vortrag Was aber ist KAPITAL? bei den „Bitburger Gesprächen“ Anfang 1978 entwickelte Beuys ein eigenes System der Wirtschaftswerte. Darin nimmt die Kunst als das wahre Kapital menschlicher Fähigkeiten eine wichtige Rolle ein. Die Formel Kunst = Kapital, die er 1979 auf einen Zehnmarkschein schrieb und signierte, „kann durchaus wörtlich genommen werden, da er die Kreativität und die schöpferische Energie des Einzelnen als Kapital und Potential einer Gesellschaft bezeichnete.

1979 im Mai traf er in der Galerie Denise René/Hans Mayer in Düsseldorf zum ersten Mal Andy Warhol, der dort gerade eine Ausstellung seiner neuen Bilder zeigte.

1980: Gastprofessur an der Städelschule in Frankfurt am Main

1980 zur Biennale in Venedig realisierte Beuys die erste Idee einer Installation mit dem Titel Das Kapital Raum 1970–1977, die 1984 in den Hallen für Neue Kunst in Schaffhausen, einer ehemaligen Textilfabrik, als zweistöckige Raum-Skulptur eine dauerhafte Aufstellung fand. 

1980 am 1. April trafen sich Beuys und Warhol in der Galerie Lucio Amelio in Neapel, wo Andy Warhol in der Ausstellung Joseph Beuys by Andy Warhol seine neuen Siebdruckporträts mit dem Titel Joseph Beuys zeigte.

1982 im Oktober führte er ein Gespräch mit dem Dalai Lama in Bonn.

1982 Im Herbst  hatte Beuys auf der Zeitgeist-Ausstellung im Martin-Gropius-Bau in Berlin ein bedeutendes Werkensemble mit dem Titel „Hirschdenkmäler“ ausgestellt; dessen Bestandteile stellen das Fundament des Beuys'n Werkes da:

Das umfangreiche Werk von Joseph Beuys umfasst im Wesentlichen vier Bereiche: 

  1. Materielle Arbeiten im traditionellen künstlerischen Sinne 

  2. (Malerei und Zeichnungen, Objekte und Installationen), 

  3. die Aktionen, die Kunsttheorie mit Lehrtätigkeit, sowie 

  4. seine sozial-politischen Aktivitäten.

1985 Seine oft diskutierte und häufig falsch interpretierte Aussage „Jeder Mensch ein Künstler“ wird von Beuys noch einmal ausführlich in seiner berühmten Rede am 20. November 1985 in den Münchener Kammspielen thematisiert. Die Rede wurde auf Tonband aufgezeichnet und gibt einen unmittelbaren Eindruck von Beuys als Redner wieder.

Einzel Ausstellungen: 

1979/80: Solomon R. Guggenheim Museum, New York, USA, 2. November bis 2. Januar (Retrospektive)
1988: Martin-Gropius-Bau, Berlin, Deutschland, 20. Februar bis 1. Mai (Retrospektive)
1993/94: Kunsthaus Zürich, Zürich, Schweiz, 26. November bis 20. Februar (Retrospektive)
1994: Museo Reina Sofía, Madrid, Spanien, 15. März bis 6. Juni (Retrospektive)
1994: Centre Georges Pompidou, Paris, Frankreich, 30. Juni bis 3. Oktober (Retrospektive)
2005: Tate Modern, London, Großbritannien, 4. Februar bis 2. Mai (Retrospektive)
2008/09: Museum für Gegenwart, Berlin, Deutschland, 3. Oktober bis 25. Januar (Retrospektive)
2009: 60 Jahre. 60 Werke. Kunst in der Bundesrepublik Deutschland, Martin-Gropius-Bau, Berlin, 1. Mai bis 14. Juni; Joseph Beuys ist für das Jahr 1976 mit dem Werk Infiltration homogen für Konzertflügel, 1966, vertreten.
2009/10: 8 Days – Beuys in Japan, Art Tower Mito ATM, Mito, Japan, 31. Oktober bis 24. Januar2010/11: Parallelprozesse. Ausstellung vom 11. September 2010 bis 16. Januar 2011 im K20, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf. Die Ausstellung findet im Rahmen der Quadriennale Düsseldorf 2010 statt.

Gruppen Ausstellungen:

1966 documenta 3 1968 documenta 4 In diesem Werkkomplex veranschaulichte Beuys zudem physikalische Phänomene, wie die der Elektrizität. Ein Beispiel hierfür ist die Arbeit Fond II, 1961–1967, bestehend aus zwei mit Kupferblech überzogenen Tischen. So ließ er im Jahr 1968 bei einer Ausstellung im Stedelijk van Abbe Museum in Eindhoven mithilfe der dem Werk beigestellten Arbeit Hochspannungs-Hochfrequenz-Generator für FOND II von 1968, bestehend aus einer Autobatterie, drei Leidener Flaschen, einer in Filz gehüllten Glasröhre und einem Kupferring, elektrisch erzeugte Funkenentladungen, nach dem Prinzip des Tesla-Transformators zwischen Tisch und Tisch knisternd überspringen.[76] Diese Arbeit, die zusammen mit einundzwanzig weiteren Arbeiten in einem eigenen Raum unter dem Titel Raumplastik, 1968, gleichfalls auf der 4. documenta zu sehen war, befindet sich mit diesen heute im Block Beuys in Darmstadt.1972 documenta 5 Die documenta 5 von 1972 wird als Zäsur in Beuys’ Werk angesehen; während der 100 Tage der Ausstellung hatte er sich der Diskussion mit dem Publikum zur Verfügung gestellt.1977 documenta 6 - auf dieser Documente war Beuys 100 Tage mit der Honigpumpe am Arbeitsplatz vertreten.
1982 documenta 7  Bei der documenta 7 1982 in Kassel setzte Beuys seine Skulptur Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung (7000 Eichen) in die Tat um. Das Ende der aufwändigen Pflanzaktion erlebte Beuys nicht mehr. Bis zu seinem Tod waren es erst 5500 Eichen.

Auszeichnungen und Ehrungen 

1952: 4. Kunstpreis der Stadt Düsseldorf (Kategorie angewandte Kunst); Ausstellung Eisen und Stahl, „Eisenhüttenwerke“, Düsseldorf1976: Doctor of Fine Arts honoris causa, Nova Scotia College of Art and Design, Halifax 
1976: Lichtwark-Preis der Stadt Hamburg
1978: Thorn-Prikker-Ehrenplakette der Stadt Krefeld
1978: Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, Abteilung Bildende Kunst
1979: Kaiserring der Stadt Goslar
1980: Ausländisches Ehrenmitglied der Kungliga Konsthögskolan Stockholm, Stockholm
1984: Ehrenbürger der Gemeinde Bolognano
1986: Wilhelm-Lehmbruck-Preis der Stadt Duisburg

Veröffentlichungen:

Tate Modern Ausführliche Beschreibung der Beuys Retrospektive 2005 mit zahlreichen Abbildungen. (englisch)
Walker Art Sammlung Biografie und sechs Abbildungen von Beuys-Werken. (englisch)
Joseph Beuys Multiples Ausführliche Beschreibung der Multiples. (englisch)
Museum of Fine Arts Boston Sechs Abbildungen von Beuys-Werken.
Kunstmuseum Basel 65 Werke von Joseph Beuys.
National Galleries of Scotland Zehn Werke.
Werkkomplex von Joseph Beuys im Darmstädter Landesmuseum Kurzbiografie mit Abbildung des Stuhl mit Fett.
Museum Schloss Moyland – Joseph Beuys Archiv Kurzinfo über die Arbeit des Archivs.

Auszeichnungen und Ehrungen:

1952: 4. Kunstpreis der Stadt Düsseldorf (Kategorie angewandte Kunst); Ausstellung Eisen und Stahl, „Eisenhüttenwerke“, Düsseldorf 
1976: Doctor of Fine Arts honoris causa, Nova Scotia College of Art and Design, Halifax 
1976: Lichtwark-Preis der Stadt Hamburg 
1978: Thorn-Prikker-Ehrenplakette der Stadt Krefeld 
1978: Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, Abteilung Bildende Kunst 
1979: Kaiserring der Stadt Goslar 
1980: Ausländisches Ehrenmitglied der Kungliga Konsthögskolan Stockholm, Stockholm 
1984: Ehrenbürger der Gemeinde Bolognano 
1986: Wilhelm-Lehmbruck-Preis der Stadt Duisburg 

Literatur 
Schriften von Beuys

Aufruf zur Alternative in: Frankfurter Rundschau, 23. Dezember 1978 
Energy Plan for the Western Man. Joseph Beuys in America, Compiled by Carin Kuoni. Four Walls Eight Windows, New York 1990, ISBN 0-941423-44-1 
Gespräch zwischen Joseph Beuys und Hagen Lieberknecht, Geschrieben von Joseph Beuys. In: Joseph Beuys, Zeichnungen 1947–59 I. Schirmer Verlag, Köln 1972; Einmalige Auflage von 2.000 vergriffen. 

Ausstellungskataloge
Marion Ackermann (Hrsg.): Joseph Beuys. Parallelprozesse, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, 11. September 2010 bis 16. Januar 2011. Schirmer/Mosel, München 2010, ISBN 978-3-941773-03-5 (englische Ausgabe ISBN 978-3-8296-0482-6)

Susanne Anna (Hrsg.): Joseph Beuys, Düsseldorf. Hatje Cantz, Stadtmuseum Düsseldorf, 29. September bis 30. Dezember 2007, Ostfildern 2008, ISBN 978-3-7757-1992-6 
Eugen Blume/ Cathrine Nichols (Hrsg.): Beuys. Die Revolution sind wir, Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin, 3. Oktober 2008 bis 25. Januar 2009. Steidl, Göttingen 2008, ISBN 978-3-88609-649-7 

Jörg Schellmann (Kat.): Joseph Beuys. Eine farbige Welt. Objekte, Plastiken, Drucke 1970–1986, Schellmann Art, München, 1. bis 30. Juni 2011. Schellmann Art, Schirmer/Mosel, München 2011, ISBN 978-3-8296-0547-2 

Jörg Schellmann (Kat.): Joseph Beuys. ich (ich selbst die Iphigenie). Plastiken, Objekte, Zeichnungen und Photographien, Schellmann Art, München, 2. bis 31. Mai 2011. Schellmann Art, Schirmer/Mosel, München 2011, ISBN 978-3-8296-0549-6 

Klaus Schrenk (Vorw.): Joseph Beuys. Zeichnungen, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, 21. Oktober 2006 bis 7. Januar 2007, ISBN 3-925212-68-X 

Armin Zweite: Beuys zu Ehren, Lenbachhaus München, 16. Juli bis 2. November 1986, ISBN 3-88645-075-9 

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